Faktencheck: Remake von Assassin’s Creed (2007) – Hinweise, technische Grundlagen und Ubisofts Strategie

Autor: Sebastian Lindner
Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026

Assassin’s Creed begründete 2007 den Grundstein für eine der kommerziell erfolgreichsten Videospielmarken der Geschichte. Trotz des enormen Erfolgs ist das Original heute nur noch über die Xbox-Abwärtskompatibilität spielbar und fehlt komplett auf modernen PlayStation-Konsolen. Angesichts zahlreicher Gerüchte und offizieller Statements von Ubisoft wird im Folgenden untersucht, welche Fakten ein mögliches Remake des ersten Teils stützen und welche technischen sowie strategischen Rahmenbedingungen hierfür bestehen.

Offizielle Bestätigung: Ubisoft plant mehrere Remakes

Im Juni 2024 erklärte Ubisoft-CEO Yves Guillemot auf der offiziellen Ubisoft-Website, dass mehrere ältere Teile der Reihe neu aufgelegt werden sollen. In dem Statement wird nicht konkretisiert, welche Titel betroffen sind, doch die Ankündigung bildet die Grundlage für alle nachfolgenden Spekulationen.

  • Quelle: Ubisoft-Website, 27. Juni 2024 (S1)

Technische Rahmenbedingungen: Xbox-Abwärtskompatibilität, 4K und FPS-Boost

Microsoft hat das originale Assassin’s Creed 1 im Rahmen seiner Abwärtskompatibilität auf modernen Xbox-Konsolen technisch aufgerüstet:

  • Native Renderauflösung von 3840 × 2160 Pixel (4K) seit 2017 (S4)
  • Bildwiederholrate von 60 FPS dank systemweitem FPS-Boost seit 2021
  • Die Skalierung entspricht einer neun-fachen Pixeldichte gegenüber der ursprünglichen 720 p-Auflösung

Im Gegensatz dazu gibt es auf PlayStation-Hardware keinen Zugang, weil die PS5 keine native Abwärtskompatibilität für PS3-Titel bietet und das Spiel weder geremastert noch über PlayStation Plus Cloud-Streaming verfügbar ist (FAQ-Eintrag).

Die technische Diskrepanz zwischen Xbox und PlayStation wird damit deutlich größer als oft angenommen.

Historische Bedeutung und Verkaufszahlen des Originals

Beim Release im November 2007 setzte Assassin’s Creed 1 neue Verkaufsrekorde:

  • Über 8 Millionen verkaufte Exemplare bis 2009 (S2)
  • Damit einer der am schnellsten wachsenden neuen Marken in den USA und Europa
  • Das gesamte Franchise hatte bis 2022 weltweit über 200 Millionen verkaufte Kopien (S3)

Diese Zahlen verdeutlichen, warum das Original aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein lohnendes Objekt für ein Remake ist.

Technische Komplexität: Scimitar-/Anvil-Engine und die Anforderungen eines Remakes

Das Spiel war das Debüt von Ubisofts hauseigener Scimitar-Engine, die später in Anvil umbenannt wurde. Die Engine wurde speziell für das Klettersystem und das Rendering großer Menschenmengen entwickelt. Ein modernes Remake würde nicht nur Texturen, sondern die gesamte Engine auf „Anvil Next“ umstellen – was grundsätzliche Änderungen in Physik-, Beleuchtungs- und NPC-Interaktionsroutinen bedeutet.

  • Entwicklungsstart des Originals: 2004 unter dem Arbeitstitel „Prince of Persia: Assassins“ (Info 1)
  • Ein vollständiger Neuaufbau erfordert erhebliche Ressourcen, vergleichbar mit einem AAA-Neuentwicklungsbudget

Der technische Aufwand ist einer der Hauptgründe, warum Ubisoft die Remake-Strategie sorgfältig abwägt.

Warum gerade das erste Spiel? Markt- und Gameplay-Argumente

Mehrere Punkte sprechen für ein Remake des ersten Teils:

  1. PlayStation-Lücke: Das Original ist der einzige Main-Line-Titel, der auf PS5 nicht spielbar ist.
  2. Veraltetes Gameplay: Der Metacritic-Score liegt bei 81, doch die wiederholenden Aufklärungsmissionen gelten heute als veraltet.
  3. 20-jähriges Jubiläum: Im November 2027 feiert das Spiel sein 20. Geburtstag – ein günstiger Zeitpunkt für Ankündigungen.
  4. Unerschlossene Zielgruppe: Viele neue Fans sind erst mit späteren Titeln wie Ezio eingestiegen und kennen Altaïrs Geschichte nicht.

Aktuelle Gerüchte und Insider-Hinweise zum AC1-Remake

Mehrere unabhängige Quellen deuten auf ein bevorstehendes Remake hin:

  • Tom Henderson (Insider Gaming): In einem Podcast kündigte er an, dass Ubisoft an einem „früheren Teil“ der Reihe arbeitet (April 2026).
  • j0nathan (@xj0nathan): Auf X (Twitter) behauptete er, bereits 2023 vertrauliche Infos über ein AC1-Remake erhalten zu haben (April 2026).
  • Verdächtiges Steam-Update: Am 16. September 2026 änderte Ubisoft das Store-Artwork von AC1 auf Steam, was von Communities sofort als Hinweis interpretiert wurde (SteamDB-Log).
  • Ubisofts Teasing: Im März 2026 sagte Head of Content Jean Guesdon „Nothing is true“, ein Zitat aus dem Assassinen-Credo, das als impliziter Hinweis gedeutet wird.

Obwohl keine offizielle Bestätigung vorliegt, unterstützen diese Punkte die Annahme, dass ein Remake in Arbeit ist.

Ubisofts Remake- und Entwicklungs-Pipeline

Das mögliche AC1-Remake ist Teil einer breiteren Strategie, die neben neuen Titeln auch weitere Remakes umfasst:

  • Assassin’s Creed Black Flag Resynced: Remake des 2013-Teils für PS5, Xbox Series X|S und PC – 2 Millionen Verkäufe am ersten Tag, über 3 Millionen in der ersten Woche, Steam-Rekord (Juli 2026).
  • Assassin’s Creed Hexe: Kommendes Main-Line-Projekt, geplant für Ende 2027, mit dunklerer, narrativ getriebener Ausrichtung.
  • Assassin’s Creed Invictus: Eigenständiges PvP-Multiplayer-Erlebnis.
  • Assassin’s Creed Jade: AAA-Mobile-Game.

Remakes bieten Ubisoft stabile Einnahmequellen, während neue Titel höhere Risiken bergen. Der Erfolg von Black Flag Resynced liefert daher einen finanziellen Anreiz für weitere Neuauflagen.

Fazit

Die Faktenlage zeigt eindeutig, dass mehrere Elemente für ein Remake von Assassin’s Creed 1 sprechen: Ubisoft hat offiziell angekündigt, ältere Titel zu modernisieren; das Original zählt zu den erfolgreichsten Franchise-Starts mit über 8 Millionen verkauften Exemplaren; die technische Aufrüstung auf Xbox-Hardware liefert bereits 4K- und 60-FPS-Verbesserungen, während PlayStation-Nutzer nach wie vor keinen Zugang haben; und die anhaltenden Insider-Hinweise sowie das strategische Timing des 20-jährigen Jubiläums verstärken die Erwartungshaltung. Allerdings erfordert ein vollständiger Neuaufbau in der Anvil-Engine erhebliche Ressourcen, die Ubisoft im Kontext weiterer AAA-Projekte sorgfältig abwägen muss. Sollte Ubisoft die Erfolgsformel von Black Flag Resynced wiederholen, könnte das Remake von Assassin’s Creed 1 bereits Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 erscheinen – ein Ereignis, das sowohl langjährige Fans als auch neue Spieler gleichermaßen anziehen würde.

Sebastian Lindner

Sebastian ist passionierter Gamer, begeisterter Spielejournalist und erfahrener Online-Redakteur. Mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Gaming-Branche kennt er sich bestens aus mit aktuellen Trends, spannenden Innovationen und den großen Klassikern der Online-Spielwelt. Sebastian liebt es, seine Leser mit fundierten Artikeln, präzisen Analysen und unterhaltsamen Geschichten rund um das Thema Online-Gaming zu begeistern. Seine besondere Stärke liegt darin, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und seine Leser immer wieder aufs Neue für die Welt der Spiele zu begeistern.