Pressespiegel und kritische Rezeption von Final Fantasy Resonance

Autor: Sebastian Lindner
Zuletzt aktualisiert: 25.10.2026

Final Fantasy Resonance ist ein neues JRPG, das am 22. Oktober 2026 für PC, PlayStation 5, Switch-Varianten, Xbox Series X und weitere Plattformen erschien. Das Spiel basiert inhaltlich und strukturell auf dem Mobile-Titel Final Fantasy Brave Exvius, entfernt jedoch sämtliche Free-to-Play- und Gacha-Mechaniken und setzt den von Team Asano etablierten HD-2D-Grafikstil erstmals in einem Final-Fantasy-Ableger ein. Die Fachpresse aus dem deutschsprachigen Raum und der internationale Markt bewerteten das Spiel jedoch deutlich unterschiedlich – ein Unterschied, der potenziellen Käufern wichtige Hinweise zu Gameplay-Schwächen und Nostalgie-Faktoren liefert.

Internationaler Notenvergleich via Metacritic und OpenCritic

Auf den großen Aggregationsplattformen erzielt Final Fantasy Resonance hohe Bewertungen, die den deutschen Mittelwert von 7,4 / 10 deutlich übertreffen:

  • Metacritic Metascore (PS5): 86 / 100 – basierend auf über 50 Rezensionen der internationalen Fachpresse (2026)【S1】.
  • OpenCritic Top Critic Average: 85 / 100 – mit einer Weiterempfehlungsrate von 91 % unter internationalen Kritikern (2026)【S2】.

Der internationale Schnitt liegt somit im mittleren 80-Prozent-Bereich, während die deutschsprachigen Magazine im Durchschnitt nur 74 % erreichen.

Deutscher Testvergleich – Ergebnis und Einzelbewertungen

Der deutschsprachige Pressespiegel wurde von GamersGlobal ermittelt und umfasst acht etablierte Online-Spielemagazine. Die durchschnittliche Bewertung beträgt 7,4 / 10, wobei einzelne Noten stark variieren:

Magazin Note (Skala) Zitat aus dem Testbericht
4p.de 8,0 / 10 „Final Fantasy Resonance ist für Veteranen des Franchises wie auch Neueinsteiger im JRPG-Genre gut geeignet.“
Eurogamer.de 3 / 5 Sterne „Resonance bietet sehr konservatives J-RPG-Feeling. Es recycelt die reiche Masse an Assets aus Brave Exvius, aber viel fällt Resonance nicht ein …“
GameStar 78 / 100 „Ein nostalgisches Fest für Final-Fantasy-Fans, alle anderen erleben ihr blaues Oldschool-Wunder.“
GamePro – „Nicht getestet.“
IGN Deutschland 8 / 10 „Final Fantasy Resonance zieht den Hut vor den Ablegern der SNES-Ära …“
PCGames.de / Videogameszone.de 8,5 / 10 „Resonance sieht wunderschön aus, hat ein ziemlich unterhaltsames Kampfsystem … ein Liebesbrief an die gesamte Final-Fantasy-Reihe.“
GamersGlobal 6,5 / 10 „Grinding ist neben den Zufallskämpfen eine Untugend der 90er … im letzten Drittel verliert die Geschichte an Reiz.“

Der Gesamtdurchschnitt von 7,4 / 10 (entspricht 74 %) wird durch die besonders niedrige Bewertung von GamersGlobal (6,5) und die gemäßigtere Eurogamer-Skala (3 / 5) nach unten gezogen.

Gemeinsame Kritikpunkte deutscher Magazine

  • Ausgeprägtes Grinding und zufällige Kampfbegegnungen, die an 90-er-Jahre-Mechaniken erinnern.
  • Fehlende moderne Komfortfunktionen wie automatisches Speichern, Schnellsprung oder flexible Menünavigation.
  • Recycling von Mobile-Assets aus Brave Exvius, das von deutschen Redaktionen als unzureichende Weiterentwicklung wahrgenommen wird.
  • Im letzten Spielabschnitt ein spürbares nachlassendes Pacing, das die anfängliche Nostalgie-Freude mindert.

Positive Aspekte laut internationalen Kritikern

  • Der neu eingeführte HD-2D-Grafikstil wird als gelungene Fusion aus Retro-Pixel-Ästhetik und moderner 3-D-Tiefe gefeiert.
  • Das Visions-Kampfsystem wird als taktisch anspruchsvoll und als Hommage an klassische JRPG-Mechaniken gelobt.
  • Die vollständige Entfernung des Gacha-Systems wird als willkommene Entlastung für Spielerinnen und Spieler bewertet.
  • Die überarbeitete Offline-Kampagne bietet mit 40-45 Stunden Spielzeit (ohne Gacha-Mechaniken) einen umfangreichen Einzelspieler-Erlebniswert【S4】.

Produktionshintergrund – Debüt der HD-2D-Technologie für Final Fantasy

Final Fantasy Resonance wurde von Square Enix in Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsstudio Lancarse auf Basis der Unreal Engine 5 realisiert. Es ist das erste Mal, dass der von Team Asano etablierte HD-2D-Grafikstil für einen Final-Fantasy-Ableger eingesetzt wird. Die Story adaptiert den „Lapis“-Handlungsbogen des eingestellten Smartphone-Spiels Final Fantasy Brave Exvius (2015) und präsentiert ihn als eigenständiges Offline-JRPG ohne Gacha-Progression.

Gameplay-Analyse – Nostalgie versus moderne Erwartungen

Die Divergenz zwischen nostalgischer Begeisterung und modernen Spielansprüchen bildet den Kern der unterschiedlichen Bewertungen. Internationale Fachmedien heben vor allem die visuelle Aufbereitung und das zurückhaltende, aber präzise Kampfsystem hervor. Deutsche Kritiker dagegen setzen stärker auf die Bewertung von Spielmechaniken und Komfortfunktionen. Während das Fehlen von Grinding- und Zufallselementen in internationalen Tests kaum thematisiert wird, kritisieren sie die deutsche Fachpresse als zentrale Schwachstellen:

  • „Zähes Grinding“ und „Zufallskämpfe“ als veraltete Design-Entscheidungen (GamersGlobal, Eurogamer).
  • Der Mangel an neuen Gameplay-Innovationen trotz des bekannten HD-2D -Stils.
  • Ein letztes Drittel, das wegen repetitiver Rundenkämpfe und künstlicher Grinding-Bremsen an Schwung verliert (Eurogamer, GamersGlobal).

Der zentrale Hinweis aus den deutschen Tests lautet, dass „Resonance kein vollwertiges neues Hauptspiel, sondern ein Mobile-Remake“ sei – ein wichtiger Aspekt für potenzielle Käufer, die den Markennamen mit einem komplett neuen Titel verbinden könnten.

Fazit – Orientierungshilfe für Kaufinteressierte

Der Pressespiegel von Final Fantasy Resonance zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen dem zurückhaltenderen deutschen Notenschnitt von 7,4 / 10 und dem wohlwollenden internationalen Mittelwert von rund 85-86 / 100. Wer hauptsächlich an der HD-2D-Ästhetik und einem klassischen, nostalgie-geladenen JRPG-Erlebnis interessiert ist, findet in den internationalen Bewertungen Gründe für einen Kauf. Spieler, die jedoch moderne Komfortfunktionen, ein geringes Grinding-Level und vollständig neue Inhalte erwarten, sollten die deutschen Kritiken, insbesondere die Hinweise von Eurogamer und GamersGlobal, berücksichtigen.

Zusammengefasst bietet Final Fantasy Resonance ein visuell ansprechendes und erzählerisch familiarisiertes Erlebnis, das jedoch durch veraltete Gameplay-Elemente und das Fehlen signifikanter Innovationen polarisiert. Der Artikel setzt den deutschen Durchschnitt in den globalen Kontext und verdeutlicht, dass deutschsprachige Tester Mechaniken wie Grinding und Mobile-Asset-Recycling kritischer gewichten als viele US-amerikanische Medien. Kaufinteressierte erhalten dadurch eine fundierte Orientierung über die Stärken und Schwächen des Spiels.

Sebastian Lindner

Sebastian ist passionierter Gamer, begeisterter Spielejournalist und erfahrener Online-Redakteur. Mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Gaming-Branche kennt er sich bestens aus mit aktuellen Trends, spannenden Innovationen und den großen Klassikern der Online-Spielwelt. Sebastian liebt es, seine Leser mit fundierten Artikeln, präzisen Analysen und unterhaltsamen Geschichten rund um das Thema Online-Gaming zu begeistern. Seine besondere Stärke liegt darin, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und seine Leser immer wieder aufs Neue für die Welt der Spiele zu begeistern.